Technische Richtlinie TR 5

Technische Richtlinie TR 5. – Was ist neu? – Was ist anderes?
VERÖFFENTLICHT MO., 12.11.2018 ASG

Wichtige Informationen zur TR 5 (Technische Richtlinie 5) und der SpielerkarteDie technische Richtlinie 5 (ehemals TR 4) kann als Ergänzung der in Deutschland gültigen Spielverordnung (SpielV 2014) verstanden werden. Diese wurde vom Gesetzgeber erlassen, um Spielerschutz und Prävention im gewerblichen Glückspiel weiter zu stärken.

In ihr ist definiert, wie Geldspielgeräte hinsichtlich ihrer Software und Hardware zu funktionieren haben. Sie regelt also die Bauart von Geldspielgeräten. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) als deutsche Prüfinstanz lässt nur Spielgeräte zu, die den in der TR 5 festgelegten Vorgaben entsprechen.

Ab wann gilt die neue technische Richtlinie (TR 5)?
Ab dem 11. November 2018 dürfen in Deutschland nur noch Geldspielgeräte betrieben werden, die der neuen technischen Richtlinie TR 5 entsprechen.
Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen TR5 Version 1 und TR5 Version 2?
Die TR 5 Version 1 unterscheidet sich vor allem in zwei Punkten von der TR 5:
In der TR 5 Version 1 müssen noch keine Identifikationsmittel (z.B. Spielerkarte) und auch keine Fiskaldatenspeicherung (Finanzamtstick) vorhanden sein. Der Gesetzgeber hat die TR5 Version 1 ausdrücklich als Übergangslösung vorgesehen, die den Weg in die TR5 Welt erleichtern soll.

Die TR 5 Version 1 darf bis Februar 2021 betrieben werden.
Ab dann sind nur noch Geldspielgeräte nach TR 5 mit Fiskaldatenspeicher und Identifikationsmittel zulässig.
Spielerkarte – Identifikationsmittel – Gerätefreischaltung
Geldspielgeräte mit der TR 5 Version 1 können direkt bespielt werden.
Für Geräte mit Bauart TR 5 Version 2 ist jedoch ein gerätegebundenes, personengebundenes Identifikationsmittel (in Form eines PIN-Codes, einer Spielerkarte oder eines Barcodes) vorgeschrieben.
Ein Spielbetrieb an solchen Geräten ist nur unter Verwendung eines solchen Identifikationsmittel möglich und wird dem Spielgast vom Servicepersonal ausgehändigt.
Fiskaldatenspeicher bzw. Finanzamtstick
Mit dem Fiskaldatenspeicher wollen die Behörden absolut sicher gehen, dass die vom Gerät erzeugten Daten manipulationssicher und vollständig erfasst und für die Dauer von 10 Jahren unangreifbar gesichert sind. Schlussendlich ist der Fiskaldatenspeicher ein behördliches Kontrollinstrument, das aus den neuen Anforderungen der Spieleverordnung entwickelt wurde.

Was ändert sich?Vergleich TR
TR 5.0 – DIE FRAGEN DER SPIELGÄSTE
Version 1, Version 2

WOFÜR IST DIE GELBE EINSATZ-TASTE?
Mit der gelben EINSATZ-Taste wird der Einsatz vom Geldspeicher getätigt. Maximal kann dieser 2,30 Euro in 75 Sekunden betragen.
Das Gerät zeigt über die blinkende gelbe EINSATZ-Taste an, wann dieser maximale Einsatz möglich ist.
Um spielen zu können, muss diese regelmäßig betätigt werden.
Nach Drücken des Einsatzes startet das Spiel auf der Mini-Walze, die sich zwischen Geldspeicher und Bank befindet.
Mit diesem Spiel können Sonderspiele gewonnen werden.

WARUM WIRD DER GETÄTIGTE EINSATZ NICHT 1:1 AUF DER BANK ANGEZEIGT?
Mit der gelben EINSATZ-Taste wird grundsätzlich das Spiel auf der Mini-Walze gestartet.
Da der Spielausgang nie vorhersehbar ist, kann auch das Ergebnis nicht immer gleich sein.
WIE VIEL EINSATZ KANN GETÄTIGT WERDEN?
Der Spieleinsatz beträgt mindestens 20 Cent pro Spiel in 5 Sekunden und kann innerhalb von 75 Sekunden auf maximal 2,30 Euro erhöht werden.
WIE HOCH IST DER MAXIMALE ERFOLG PRO STUNDE?
Der maximale Erfolg pro Stunde wurde vom Gesetzgeber reduziert und liegt jetzt bei 400 Euro pro Stunde.
Vorher waren es 500 Euro pro Stunde.

WIE HOCH IST DER DER MAXIMALE VERLUST PRO STUNDE?
Der Gesetzgeber hat auch diesen aus Spielerschutzgründen reduziert, sodass pro Stunde maximal 60 Euro verspielt werden können. Vorher waren es 80 Euro pro Stunde.

WIE VIEL GELD KANN MAXIMAL AUF DEN GELDSPEICHER AUFGEBUCHT WERDEN?
Der Gesetzgeber hat den Betrag reduziert, sodass jetzt nur noch 10 Euro vom Spieler auf den Geldspeicher eingezahlt werden können.
Früher waren es 25 Euro.

Der Geldspeicher kann aber über den Zeitverlauf einen höheren Betrag ausweisen, wenn über das Mini-Walzen- Spiel Geld gewonnen und auf den Geldspeicher aufgebucht wurde.
WARUM WERDEN NACH 180 MINUTEN ALLE ZÄHLERSTÄNDE ZURÜCKGESETZT?
Grundsätzlich gab es schon seit 2006 nach 60 Minuten eine 5-minütige Ruhepause.
Für die TR-5.0-Geräte hat der Gesetzgeber zusätzlich festgelegt, dass nach 180 Minuten mit der Ruhepause alle Zählerstände auf den Anfangswert „Null“ zurückgesetzt werden müssen.

VERLIERT DER SPIELGAST NACH 180 MINUTEN SEINEN GEWINN?
Nein. Alle Beträge auf dem Geldspeicher werden vor dieser Ruhepause ausgezahlt.
Hierfür werden auch die Sonderspiele auf der Bank über die Mini-Walze auf den Geldspeicher automatisiert ausgespielt.
Dies wird zeitnah über drei Automatikstufen vom System vor der Pause eingeleitet, sodass alle Zählerstände mit Beginn der Pause auf „Null“ stehen.
WAS PASSIERT MIT HÖHEREN GEWINNEN VOR DER 180-MINUTEN- PAUSE?
Auch in diesem Fall geht dem Spielgast nichts verloren.
Wird über die Sonderspiele ein höherer Erfolg erzielt, dann geht das Gerät in zusätzliche Pausen.
Neben den zusätzlichen Pausen nutzt das Gerät die verbleibende Zeit bis zur Ruhepause für kurze Spielphasen auf der Mini-Walze für die „Super-Cash-Time“ (dritte Automatikstufe).
Damit wird sichergestellt, dass dem Spielgast nichts verloren geht. Allerdings verlängert sich hierdurch seine Spielpause.

WARUM BENÖTIGEN EINIGE GERÄTE EINE „SPIELERKARTE“?
TR-5.0-Geräte, die zu einem späteren Zeitpunkt (nach Februar 2016) zugelassen wurden, dürfen laut Gesetz nur mit einer „Spielerkarte“ bespielt werden.
Diese Geräte sind leicht erkennbar, da der Bildschirm mit einem Hinweistext gesperrt ist.
Die „Spielerkarte“ kann eine Karte, ein PIN- oder Bar-Code sein, die der Spielgast beim Personal erhält.

KÖNNEN MIT DER „SPIELERKARTE“ MEHRERE GERÄTE BESPIELT WERDEN?
Nein. Die „Spielerkarte“ gilt nur für ein Gerät.
Zudem darf jeder Spieler auch nur jeweils eine „Spielerkarte“ zeitgleich nutzen. Dies wurde vom Gesetzgeber so vorgeschrieben.

Die Geräte ohne Spielerkarte können nach wie vor frei bespielt werden.
WAS PASSIERT, WENN DIE „SPIELERKARTE“ WÄHREND DES SPIELS ENTNOMMEN / DEAKTIVIERT WIRD?
Wird die „Spielerkarte“ während des Spiels entnommen bzw. deaktiviert, dann kommt es zur direkten Auszahlung des Geldspeichers.
Die Sonderspiele auf der Bank bleiben erhalten.
Das Gerät bleibt solange gesperrt, bis es mit einer neuen „Spielerkarte“ wieder aktiviert wird.